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rúah - Luftkreuz

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„12 – Kirchen –Projekt“ zum 2. ÖKT in München, 12. - 16. Mai 2010, Sophienkirche, Platz der Menschenrechte 1 (Riem), U2 (Messestadt West) bis 22.05.2010, Fotos: Edward Beierle
Künstlergespräch/Vorführung am 13.5.2010 um 16.00

Prof. Hans Maier begleitet auf dem Akkordeon das Gleiten des Kreuzes im Luftraum mit folgenden Stücken (Dauer 2x 15 Minuten): Nicolaus A. Huber (1939) "Auf Flügeln der Harfe" (1985), Toshio Hosokawa (1955) "Melodia"und Vorführung des Luftkreuzes.
„RÚAH“ Pneumatisches Objekt von Wilhelm Koch
Der Raum der evangelisch-lutherischen Sopienkirche hat die Maße 12 x 12 x 9 Meter. Ein transparentes gleichschenkliges Kreuz (3,2 x 3,2 x 1,2 Meter) schwebt im Kirchenraum. Das „Luftkreuz“ hat an der Unterseite kleine Propeller und ist über eine Fernsteuerung in Höhe und Richtung steuerbar. „Luft“ ist für die Bibel ein zentraler Begriff. Ihr Sinn- und Symbolgehalt ist allerdings mehrdeutig. Zunächst ist „die Luft“ im damaligen (geozentrischen) Weltbild eine Orts angabe. Man bezeichnet damit den Raum oberhalb der Erde, den Bereich „über dem Land am Himmelsgewölbe“ (Gen 1,20) oder den Platz für die Vögel (Ps 104,12).  

 

Die Menschen des Alten Testaments erleben, wie die Luft als Wind (Gen 8,1) und als Atem (Gen 2,7) wirkt. Sie sehen die positiven und negativen Wirkungen der Luft und erfahren, was sie in der Natur und im Menschen selbst „bewegt“. Für diese „Luft-erfahrung“ verwendet die hebräische Sprache das Wort: (die) „rúah“. Seine Urbedeutung ist: bewegte Luft, Hauch, Atem und damit auch innere Bewegung. Das in griechischer Sprache verfasste Neue Testament verwendet in diesem Zusammenhang das Wort: (to) pneuma. „Pneuma“ heißt übersetzt ebenfalls: Hauch, Wind, Atem. Dieses griechische Wort beinhaltet aber auch die erweiterte Bedeutung: Leben, Geist, Sinn. (Vgl. lat. spiritus spirare = atmen/hauchen). „Rúah“ und „pneuma“ sind in der Bibel die Namen für die Wirkund Lebenskraft Gottes, für die Energie, die hinter allem Welt und Heilsgeschehen steht. Gott ist für mich Luft! Diese heute oft als Verneinung der Existenz Gottes gemeinte oder verstandene Aussage verkehrt sich ins Gegenteil und erweist sich, wenn man das biblische Verständnis des Wortes „Luft“ zugrunde legt, als Glaubensbekenntnis!
Text Hermann Glombitza

(Ausführung des Objektes: Firma Airstage)


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